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Unterwegs zu sich selbst auf Niederösterreichs schönsten Pilgerwegen

Der Weg ist das Ziel

 

Wer zu Fuß auf Sinnsuche gehen mag, ist auf Niederösterreichs Pilgerwegen gut aufgehoben. Inspirierende Naturlandschaften, kulturelle Vielfalt und herzliche Begegnungen entlang des Weges: So lässt es sich im Schritttempo bald wieder in die eigene Mitte kommen. 

 

„Ich bin dann mal weg!“ Ein großes Wort gelassen ausgesprochen. Und spätestens seit sich Hape Kerkeling in einer Nacht-und-Nebel-Aktion als Pilger auf den Jakobsweg aufmachte, inspirierendes Credo für viele Menschen, die auf der Suche sind. Zurecht, denn Pilgern ist viel mehr als bloßes Wandern: Abenteuer, Auszeit, Unterwegssein zu sich selbst – wenn man so will, eine Analogie zur Reise des Lebens. Beim Gehen wird die Betriebsamkeit des Alltags außer Kraft gesetzt, die Gedanken sortieren sich neu, vielleicht mit mehr Fokus auf das, was wirklich wichtig ist. 

 

Auch wenn es heißt „Pilgern ist Beten mit den Füßen“, so sind Glaube oder Religiosität nicht unbedingt Voraussetzungen für eine gelungene Pilgerreise. Beim Pilgern durch Österreichs größtes Bundesland reicht es schon, einen anscheinend simplen Satz zu verinnerlichen: Der Weg ist das Ziel. Und Niederösterreich mit seinen vielfältigen Landschaften und dem weiten Netz an abwechslungsreichen Pilgerwegen ist ein wunderbarer Flecken Erde, um die Reise zu sich selbst anzutreten. 

 

Via Sacra: Nach Mariazell auf Österreichs ältestem Pilgerweg

Schon seit 800 Jahren sind auf der Via Sacra Pilger auf den Beinen – einfache Menschen ebenso wie Kaiser und andere gekrönte Häupter, die auf der Heiligen Straße Abbitte leisteten. Die Route des ältesten Wallfahrtsweges Österreichs verläuft vom südlichen Stadtrand Wiens beim Denkmal der „Spinnerin am Kreuz“ bis ins obersteirische Mariazell. Wer gut zu Fuß ist, bewältigt die rund 120 Kilometer in etwa 5 Tagen. Unterwegs bieten sich unzählige Gelegenheiten für Pausen mit kulturellem und spirituellem Mehrwert: Etwa ein Besuch in der Zisterzienserabtei Stift Heiligenkreuz, wo noch heute an die 100 Mönche im Rhythmus von Gebet und Arbeit leben. In der Wallfahrtskirche Annaberg aus dem Jahr 1217 ist eine geschnitzte Anna-Selbdritt-Gruppe des Bildhauers Kaschauer zu bewundern. Endpunkt und Highlight der Via Sacra ist die monumentale Basilika Mariä Geburt mit der berühmten Gnadenstatue der „Magna Mater Austriae“. Sehenswert: Die beiden reich bestückten Schatzkammern über den Sakristeien der Basilika. Wer nicht die gesamte Strecke per pedes zurücklegen mag, fährt eine Etappe mit dem Mariazeller Autobus. 

https://www.viasacra.at/via-sacra

 

Wiener Wallfahrerweg: Auf die sportliche Tour nach Mariazell

Viele Wege führen nach Mariazell. Zum Beispiel der mit 06 markierte Wiener Wallfahrerweg, der 1975 von der Weitwanderer-Organisation des Alpenvereins als Alternative zur Via Sacra angelegt wurde. Die Pilger starten ebenfalls in Wien, Ausgangspunkt der 115 Kilometer langen Route ist die Pfarrkirche Perchtoldsdorf bzw. die Haltestelle Rodaun der Straßenbahnlinie 60. Entlang des Weges warten beeindruckende Naturerlebnisse wie die spektakulären Myrafälle im Gemeindegebiet von Muggendorf in den Wiener Alpen, wo täglich 5 Millionen Liter Wasser über die Felsstufen in die Tiefe stürzen. Wer eine Rast vom Gehen einlegen mag, sieht sich das Via Sacra- und Holzknechtmuseum bei der Kalten Kuchl an oder bestaunt die außergewöhnliche Jugendstil-Architektur der evangelischen Waldkirche in St. Aegyd am Neuwalde. Ein wenig Kondition sollte man für den Wiener Wallfahrerweg schon mitbringen, denn speziell im alpineren Süden ist die Strecke durchaus selektiv: Zwischen Kaumberg und Kieneck sind ein paar steile Aufstiege zu bewältigen und die lange Etappe zwischen St. Aegyd und Mariazell verlangt nach Ausdauer. Strapazen, die jedoch vergessen sind, sobald in der Weite die markante Dreiturmfassade der Mariazeller Basilika zu erkennen ist. 

https://www.viasacra.at/wiener-wallfahrerweg-06

Pielachtaler Pilgerweg: Immer den Schienen entlang

Die niederösterreichische Landeshauptstadt ist Ausgangspunkt für den landschaftlich besonders reizvollen Pielachtaler Pilgerweg. In 3 bis 4 Tagesetappen führt die Strecke von der modernen Maria Lourdes Kirche in St. Pölten durch das liebliche Pielachtal bis nach Mariazell. Zunächst ohne nennenswerte Steigungen geht es gemächlich durch das sanfte Alpenvorland, erst im letzten Drittel sind die Waden der Pilger ein wenig gefordert. Zur Einstimmung auf den berühmten Wallfahrtsort säumen faszinierende Sakralbauten den 80 Kilometer langen Weg. Die turmlose Andreaskirche auf einem Hügel zwischen Rabenstein und Kirchberg ist für ihre bemerkenswerte Akustik bekannt. In Schwarzenberg an der Pielach liegt versteckt mitten im Wald die romantische Hölzerne Kirche. Dem Volksglauben nach soll hier Jesus auf einem Esel vorbeigeritten sein – hufförmige Abdrücke im Boden sollen davon zeugen und das Wasser in diesen Eselstritten gegen Augenleiden helfen. Hilfreich ist in jedem Fall die Nähe zur Mariazellerbahn, damit der müde Pilger ein paar Kilometer des Weges abkürzen können. 
https://www.mostviertel.at/der-pielachtaler-pilgerweg

 

Jakobsweg Weinviertel: Pilgern mit Genuss

Seit dem Mittelalter pilgern Christen auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela zur angeblichen Grabstätte des Apostels Jakobus. Wobei es DEN Jakobsweg eigentlich gar nicht gibt. Vielmehr spannt sich ein Netz von vielen Jakobswegen quer über ganz Europa. Auch im niederösterreichischen Weinviertel sind als Orientierungshilfe die typischen Jakobsmuschel-Symbole, am Wegesrand zu finden. 153 Kilometer schlängelt sich der Jakobsweg Weinviertel von Drasenhofen bis Krems an der Donau. Die Streckenführung durch malerische Kellergassen und idyllische Weinberge lässt es erahnen: Pilgern und Genießen sind hier kein Widerspruch. In der pittoresken Weinstadt Poysdorf etwa lohnt ein kurzer Stopp bei „Wein & Kunst“ am Weingut Taubenschuss, wo spannende Kunstobjekte zu bestaunen sind. Im Anschluss werden die ausgezeichneten Weine des Familienweinguts verkostet. In der architektonisch außergewöhnlichen Gebietsvinothek Weritas warten die besten Tropfen vom Wagram und eine enorm kreative Küche. Die besten Voraussetzungen, um einen langen Pilgertag bei fantastischem Panoramablick ausklingen zu lassen.  

https://www.jakobsweg-weinviertel.at/der-weg

https://www.donau.com/de/donau-niederoesterreich/ausflug-bewegen/bewegung/jakobsweg/

 

 

Eine Übersicht zu allen Pilgerwegen in Niederösterreich mit Beschreibungen der einzelnen Etappen samt GPS-Daten sowie buchbaren Arrangements bietet die Internetseite https://www.niederoesterreich.at/pilgern

                                                                                                                                                                 

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